Mittwoch, 10. September 2014

Mit einem Bett aus Reis: Crostata di riso con verdure e burrata



Also dieses Rezept - ich hatte es ja mal wieder geahnt...
Aber von vorne: Auf dem Titelblatt eines italienischen Food-Magazin lachte mich  buntes Gemüse an, das dekorativ mit leuchtend weißer Burrata auf einer etwas ungewöhnlichen Basis gebettet worden war. Gemüsekuchen, Quiches oder Tartes liebe ich ja sowieso, und wenn dann noch ein ganz interessanter "Tortenboden" hinzukommt, regt das sofort meinen Nachmach-Reflex an.
Aber, jetzt mal ehrlich: kann man in den Versuchsküchen und in den Redaktionen nicht etwas genauer zu Werk gehen? Warum immer nur diese Schlamperei!



Eine rechteckige Tarteform sollte ausgefüllt werden; in den Ausmaßen von 10 x 26 cm. Für sechs Personen. Da soll mir mal jemand erklären, wie man 230 g gekochten Reis inklusive 70 g Käse und drei verklepperten Eier in eine flache Quicheform von diesen Ausmaßen hineinpressen, einen Rand hochziehen und blindbacken soll. 
Meine rechteckige Tarteform war glücklicherweise zehn Zentimeter länger und auch etwas breiter, trotzdem habe ich gequetscht und gepresst, was das Zeug hielt, und mir blieb auch noch ein Löffelchen  von der Reismasse übrig. Die Oliven, die kleingehackt unter den Boden kommen sollten, habe ich weggelassen, dafür dürfen sie sich bei mir unversehrt auf der Quiche tummeln. Ein bisschen frischen Thymian dazu könnte auch nicht schaden, dachte ich mir, und das Ergebnis meiner Bastelei möchte ich Euch jetzt nicht vorenthalten.




Zutaten
(für eine rechteckige Quicheform von 36 x 13 cm)

230 g Risotto-Reis (z.B. Arborio)
40 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
30 g Pecorino Romano, frisch gerieben
3 Eier
etwas Butter für die Form
Hülsenfrüchte und Backpapier zum Blindbacken

1 kleine hellviolette Aubergine
2 Zucchini "Romanesco"
3 Schalotten
100 g Kirschtomaten
Oliven (z.B. Olive Taggiasche)
1 Burrata
ein paar frische Thymianzweige
Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und die Quicheform mit etwas Butter einfetten.
Den Reis in leicht gesalzenem Wasser noch bissfest kochen (ca. 12 Minuten). Dann abgießen und kalt abbrausen.
Eier verquirlen und den Reis sowie die geriebenen Käsesorten untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Reismasse in der Quicheform verteilen, dabei einen kleinen Rand hochziehen. Ein Lage Backpapier auf den Reisboden legen und Hülsenfrüchte darüberstreuen.
Für zwanzig Minuten in den Ofen schieben, dann Hülsenfrüchte und Backpapier entfernen und weitere fünfzehn Minuten backen.
In der Zwischenzeit die Aubergine würfeln und in Olivenöl ausbraten. Auberginen aus der Pfanne nehmen, eventuell etwas Öl nachgießen und die schräg in Scheiben geschnittenen Zucchini sowie die ebenfalls in etwas dickere Ringe geschnittenen Schalotten anbraten. Zum Schluss noch die Kirschtomaten für ein paar Minuten zu den Zucchini geben. Auberginenwürfel untermischen, ein paar Thymianblättchen von den Stengeln zupfen, zum Gemüse geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Das Gemüse auf dem Reis verteilen und mit ein paar Oliven sowie der grob zerrupften Burrata belegen.






Rezeptquelle: Sale&Pepe, September 2014



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Montag, 1. September 2014

Hübsch anzusehen, aromatisch und geschmeidig: Feta-Frischkäse-Kranz im Paprikamantel



Es gibt Blogevents, da sage ich ganz besonders gerne zu - besonders, wenn eine Aufgabe dahinter steckt, die zum Grübeln einlädt. Das kann das intensive Nachdenken über ein Rezept sein, oder auch, wenn der Event, wie im vorliegenden Fall, eine ganz besondere Herausforderung darstellt.
Die wunderbare Claudia vom Blog "Geschmeidige Köstlichkeiten" richtet zusammen mir Zorra vom "Kochtopf" einen Event aus, der in jeder Hinsicht nachdenklich stimmt! Bitte nehmt Euch die Zeit und lest ein wenig in diesem außergewöhnlichen Blog von Claudia, in dem sie viel Persönliches von sich preisgibt und anderen durch ihr Schicksal Hoffnung, aber auch praktische Tipps weitergeben möchte.
Claudia sucht nun im aktuellen Event nach Smooth Food - nach kulinarischen Köstlichkeiten, die auch Menschen mit Kau- oder Schluckproblemen genießen können. Nicht immer steckt eine ernste Ursache dahinter, wenn das Schlucken oder Kauen einmal schwerfällt. Aber jeder kennt ja das Problem, wie unerträglich jede Brotkrume im Hals kratzen kann, wenn mal wieder eine Mandelentzündung zugeschlagen hat. Auch Zahnprobleme können zu einer unfreiwilligen Diät verhelfen, und der knurrende Magen muss dann leider hungrig bleiben!
Den folgenden Feta-Kranz habe ich schon länger nicht mehr zubereitet (das letzte Foto meines Posts zeigt den Kranz, wie ich ihn vor einigen Jahren serviert hatte), dabei überrascht er stets aufs Neue durch sein außergewöhnlich feines Aroma, zu dem auch der viele frische Thymian beiträgt.
Während ich den Kranz am Wochenende für einen  Brunch am Sonntag zubereitete, musste ich wieder an den Event von Claudia denken. Dieser Kranz wäre perfekt, sagte ich mir, denn hier kommen Zutaten zum Einsatz, die unter Umständen Schwierigkeiten beim Kauen verursachen könnten. Und Brei oder Suppe wollte ich nicht zum Event beisteuern.
Leider kann Feta-Käse, so sehr ich ihn schätze, oft ein etwas "klebriges" Mundgefühl durch diese, von mir als krümelig-trocken empfundene Konsistenz hinterlassen. Die harte Haut von Paprikaschoten ist nicht nur schwer verdaulich, sie lässt sich von Menschen mit Kauproblemen auch schlecht (durch-)beißen. Beim Feta-Kranz dagegen wird diese griechischen Käsespezialität zusammen mit Ricotta und Frischkäse geschmeidig gerührt, so dass der charakteristische Geschmack zwar erhalten bleibt, aber nun in crèmiger Version darherkommt. Im Originalrezept wird übrigens zum Feta nur Quark beigegeben. Ich habe immer wieder Schwierigkeiten, in Italien Quark zu bekommen, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Kranz in der Urversion mit Quark noch geschmeidiger wird. Für Menschen mit Kauproblemen würde ich daher - je nach Stärke der Beeinträchtigung - zu Quark raten. In diesem Fall sollte man den Kranz auch mindestens eine halbe Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen, damit die Masse noch crèmiger wird. Die Paprikaschoten werden durch das Grillen und Häuten ebenfalls sehr viel verträglicher, und diese Crème nun, auf ein Stück entrindetes Brot gestrichen, kann für Menschen mit der angesprochenen Behinderung zu einem ganz aromatischen Genuss werden. Aber diese Crème schmeckt so gut, dass man sie auch ganz "ohne alles" genießen kann!




Zutaten
(für 12 Portionen/eine Kranzform von 1 Liter Inhalt)

2-3 rote Paprikaschoten
2 Schalotten (ungefähr 80 g)
750 g Feta
100 g Ricotta
150 g Frischkäse 
(im Original werden Ricotta und Frischkäse durch Quark ersetzt)
20 g Butter
2 El Olivenöl extra vergine
1 El frische Thymianblättchen
30 g Basilikum
frisch gemahlener Pfeffer

Paprikaschoten putzen und vierteln. Unter dem eingeschalteten Backofengrill auf einem Blech so lange rösten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Blech aus dem Ofen nehmen und die Paprikaviertel mit einem feuchten Tuch abdecken.
Die Schalotten schälen und in feine Würfelchen schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Schalotten zusammen mit den abgezupften Thymianblättchen weichdünsten. Zur Seite stellen und erkalten lassen.
Basilikumblättchen waschen, trockentupfen und in feine Streifen schneiden.
In einem Standmixer Feta zusammen mit der Ricotta und dem Frischkäse zu einer feinen Crème rühren. Olivenöl ebensfalls unterrühren. Nun die abgekühlten Schalottenwürfel und die Basilikumstreifen unterheben (nicht mehr mixen!). Mit Pfeffer abschmecken.
Die Kranzform mit Klarsichtfolie auslegen. Die Paprikaschoten häuten und trockentupfen.
Nun die Schoten in der Form legen und die Käsecrème darauf verteilen und glattstreichen. Form verschließen und für einige Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank stellen.
Vor dem Servieren auf eine Platte stürzen.



Rezeptquelle: Brigitta Viva, 19/1998



Blog-Event CI - Smooth food, geschmeidig und genussvoll! (Einsendeschluss 15. September 2014)



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 29. August 2014

Achtung - (zu) gesund! Chia-Mandel-Pudding mit Brombeeren



Gibt es ein Lebensmittel, das so gesund ist, dass man sogar vor einer Überdosierung warnen muss?
Wer im Netz nach Chia-Samen googelt, kann wahre Lobeshymnen auf die aus Südamerika stammenden, unscheinbaren kleinen Körner lesen. Ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften werden in unzähligen Artikeln geradezu euphorisch aufgezählt - auch wenn darauf meist eine kleine Warnung folgt, die mich zunächst etwas zögern ließ, gleich auf die Suche nach diesem Samen zu gehen: Auch auf meinem Glas mit Chia-Samen wird darauf hingewiesen, dass man die Höchstmenge von fünfzehn Gramm pro Tag nicht überschreiten solle. Richtig befriedigende Antworten, warum das so ist und was im Fall von ausgiebigem Konsum passieren könnte, habe ich aber nicht gefunden. Tatsache ist, dass Chia-Samen, wenngleich schon bei den Mayas als Kraftspender bekannt, erst seit kurzem Einzug in die vornehmlich nordamerikanischen und europäischen Küchen als "neuartiges" Lebensmittel gehalten hat. Und da ist man vorsichtig, da es wohl noch keine Langzeitstudien über die Auswirkungen eines "hemmungslosen" Chia-Konsums zu geben scheint (der Pudding allein kann süchtig machen!). Ältere Menschen mit Kreislaufproblemen wie niedrigem Blutdruck, Schwangere und Frauen in der Stillzeit sowie Männer mit Prostata-Erkrankungen sollten demnach auf den Genuss von Chia eher verzichten.
Da ich in allen Lebensbereichen ein sehr vorsichtiger Mensch bin, halte ich mich an diese magische Obergrenze von fünfzehn Gramm, denn ich möchte vor allem von den gesundheitsfördernden Eigenschaften der Chia-Samen profitieren. Ausschlaggebend, diese Samen mehrmals in der Woche auf meinem Speiseplan zu platzieren, war für mich vor allem der hohe Gehalt an Omega-3- und Omega-6- Fettsäuren, die sonst vor allem in einigen Fischarten vorkommen. Und wer mich kennt oder regelmäßig mein Blog liest, weiß ja, dass ich nichts esse, was mal unter einer Wasseroberfläche lebte.
Was aber noch ausschlaggebender war, das folgende Rezept hier wiederzugeben, ist die Tatsache, dass dieser "Pudding" aus Chia-Samen einfach schmeckt! Gesund und schmackhaft fällt ja leider nicht immer zusammen. Aber diese kleine Zwischenmahlzeit ist - mit frischen Beeren angereichert - erfrischend und stillt den kleinen Hunger, der an manch langen Nachmittagen schon mal zuschlagen kann.




Zutaten
(für eine Portion)

15 g Chia-Samen
100 ml Mandelmilch (zum Rezept für selbstgemachte Mandelmilch geht es hier)
1 Tl Zucker (oder nach Belieben)
1 El brauner Zucker
1 El gehackte Mandeln
etwas Pflanzenöl
Alufolie
Brombeeren

Chia-Samen mit der Mandelmilch und dem Zucker in einer kleinen Schüssel verrühren und abgedeckt für mehrere Stunden - gerne auch über Nacht - in den Kühlschrank stellen. Eventuell mehrmals umrühren, damit sich die Körnchen nicht am Boden absetzen.
Brauner Zucker mit den gehackten Mandeln in einem kleinen Topf karamellisieren und die Masse auf ein mit Pflanzenöl bestrichenes Stück Alufolie geben und darauf verteilen. Auskühlen lassen, dann in Stücke brechen.
Chia-Pudding nochmal umrühren, Brombeeren sowie die Karamell-Mandeln darauf verteilen.





Mit der Mandelmilch ist dieses Rezept rein vegan
und passt damit hervorragend zu Katharina Seisers Projekt:


tierfreitag


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 15. August 2014

Ein paar Gedanken zum italienischen Frühstück und ein Rezept für den Tierfreitag: Paprika-Tomaten-Aufstrich



Wer öfters mal in meinem Blog stöbert, weiß, dass ich zum Frühstück gerne etwas Salziges mag. Nicht dass mir Marmeladen - vor allem meine selbstgemachten Sorten - nicht schmecken würden. Aber eine Scheibe Brot oder ein mein geliebtes Sonntagsbrötchen, ausschließlich mit Süßem bestrichen, gibt mir ein seltsam flaues Gefühl im Magen, dem spätestens eine Stunde später das berühmte "Ich-habe-ein-Loch-im-Bauch" folgt.
Das typische italienische Frühstück - die Prima colazione - ist demnach so gar nichts für mich. Auch wenn sich manche Sitten und Gewohnheiten langsam ändern, auch ich kenne gute Bekannte, die morgens nüchtern in ihre Stamm-Bar gehen, um im Stehen einen Cappuccino und ein Cornetto - mit Aprikosenmarmelade oder Schokocrème gefüllt - zu sich zu nehmen. Natürlich habe ich das auch schon gemacht, aber Kreislaufprobleme sind dann bei einem solchen Start in den Tag bei mir vorprogrammiert. Ein ausgewogenes Frühstück mit verschiedenen Brotsorten, Müsli, Säften, oder einer kleinen Wurst- und Käseauswahl, Eiern und Marmelade scheint gerade im privaten Bereich noch immer die Ausnahme. In vielen italienischen Haushalten bereitet man sich in der Regel am Morgen einen Caffè in der berühmten Moka zu, dazu stellt man eine Tüte Kekse auf den Tisch - basta! Alles schon erlebt!
Auch in Hotels ändern sich nur langsam die Gewohnheiten. Nach wie vor dominiert Süßkram auf dem Frühstücksbuffet, gerne auch in Form einer Crostata, jenem mit Marmelade gefüllten Kuchen auf Mürbeteigbasis mit Teiggitter.
Ganz besonders im Süden Italiens neigt man zum eher kargen und vornehmlich "süßen" Frühstück, oft ungeachtet der Ansprüche ausländischer Gäste. Weder auf Malta noch in Griechenland, wo ich auch öfters mal unterwegs bin, habe ich ein solches Festhalten an Gewohnheiten gesehen. Das betrifft auch Traditionshäuser; Hotels, die über die Grenzen hinaus einen schon fast legendären Ruf haben.
"What a lousy breakfast!" rutschte es vor ein paar Jahren einem amerikanischen Gast beim Anblick des Frühstücks in der wegen ihrer Jugendstil-Säle berühmten Villa Igiea in Palermo heraus (der Gerechtigkeit halber muss ich sagen, dass sich dort das Frühstücksangebot sehr verbessert hat, wie ich bei meinen vergangenen Aufenthalten dort feststellen durfte). Dazu kann man natürlich stehen, wie mal will, aber wenn man in Taormina für sein Frühstücksei extra bezahlen oder sich den Cappuccino in einem Vier-Sterne-Hotel in Apulien selbst aus dem Automaten "zapfen" muss, es dazu nur in Folie eingeschweißte "Industrie-Cornetti" gab, reibt man sich über italienische Frühstücksgewohnheiten schon mal die verschlafenen Augen.
Nun werden einige sagen, dass sie das schon ganz anders erlebt haben. Das mag sein, auch ich habe schon wunderbar in Hotels gefrühstückt, und da will ich gar nicht erst von Südtirol reden, das aber sowieso eine Ausnahme bildet. Auch ist das Frühstück natürlich nur ein Aspekt der kulinarischen Seite eines angenehmen Urlaubsaufenthalts, und da man in Italien ja meist erst bei der Cena zur Höchstform aufläuft, verliert diese erste Mahlzeit am Tag an Bedeutung. Und mal ganz ehrlich, wen stört es, wenn man kurz nach dem Aufwachen die Läden öffnet, noch ganz verschlafen an einer Sfogliatella (neapolitanische Gebäckspezialität) zum Cappuccino knabbert (Ihr seht schon, ich frühstücke gerne im Hotelzimmer, da mich beim Buffet meist eh nichts reizt  und ich so ein Morgenmuffel bin) und dabei den schönsten Ausblick über den Golf von Neapel genießt!
Wer jetzt aber denkt, ich brauchte täglich ein opulentes Frühstück, könnte falscher nicht liegen! Mehr als eine Scheibe Brot - ein Brötchen am Sonntag - bekomme ich am Morgen sowieso nicht herunter!  Aber etwas Salziges sollte darauf liegen!
Das ist so eine seltsame Sache: morgens muss ich mich überwinden, Fleisch zu essen! Es ist, als würde mir - mit noch schlaftrunkenen Sinnen - zu dieser frühen Tageszeit besonders bewusst, was ich da esse: nämlich totes, zu Wurst verarbeitetes Tier! Nur am Sonntag lasse ich mir ein wenig mehr Zeit, bin dann schon wacher beim Kaffee, nachdem ich die Brötchen aufgebacken habe.  Dann darf es dann auch mal roher Schinken, eine echte Mortadella aus Bologna oder Salami sein - italienische Salumi eben, die sich auf meinem Sonntagsbrötchen tummeln. An den übrigen Wochentagen aber gibt es für mich hauptsächlich Käse zum Brot, bevorzugt Brie oder Camembert, was aber auf die Dauer auch etwas langweilig wird.
Vegetarische Pasteten, wie man sie in Deutschland in den Reformhäusern findet, sucht man in Italien vergeblich. Und mal ganz ehrlich: sie halten meist nie, was sie versprechen ("wie Pfälzer Leberwurst" etc.). Einige wenige Sorten mag ich ganz gerne und bringe sie von meinem Deutschlandbesuchen mit, aber nach ein paar Tagen erscheint mir der Geschmack stets fade.
Mein erster Versuch, eine vegane "Leberwurst" aus Reiscrackern zu basteln - das Rezept dazu hatte ich im Netz gefunden - ging gründlich daneben. Sorry an alle, denen das schmeckt, aber ich fand das Ergebnis einfach nur eklig. Mein Mann, dem ich davon zu versuchen gab, flüchtete sich, höflich wie er nun mal ist, in einen eher diplomatischen Kommentar mit "Verbesserungsvorschlägen". Decken wir lieber den Mantel des Schweigens über das Ende dieses grau-rosa Grauens.
Von meinem jüngsten Athen-Besuch im vergangenen Monat hatte ich mir ein paar vegetarische Aufstriche mitgebracht, die ich sehr interessant fand. Darunter waren die Kombinationen Spinat/Feta, Rote-Beete/Feta/Minze und Paprika/Tomate. Ich weiß nicht, zu was man in der griechischen Küche diese Aufstriche verwendet, denke aber, wie in Italien streicht man diese Patés  auf Cracker oder Crostini und reicht diese kleinen Häppchen zum Aperitif.
Das Paprika-Paté habe ich nach eigenen Vorstellungen nachzumachen versucht, und es und wird in den kommenden Tagen den Käse von der Brotscheibe schubsen. Sicher werde ich dieses Paté aber auch mal zum Aperitif  - auf Crostini gestrichen - reichen, denn so kleine, pikante Häppchen sollen ja bekanntlich den Appetit eines jeden Gastes anregen.




Zutaten
(für 2 Gläser à 275 ml)

4 rote Paprikaschoten (ca. 780 g geputzt)
70 g getrocknete Tomaten in Öl, gut abgetropft
1 Chilischote
1 El Apfelbalsam-Essig
1/2 Tl geräuchertes Paprikapulver
Fleur de Sel

Den Backofen auf 225 Grad vorheizen.
Die Paprikaschoten vierteln, von Strunk, weißen Trennwänden und Kernen befreien und auf ein Backblech legen. Bei zugeschaltetem Grill für ungefähr 15 Minuten in den Ofen schieben, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Dann das Blech herausnehmen und die Schoten mit einem feuchten Küchenhandtuch abdecken und auskühlen lassen. Die Haut von den Paprikaschoten abziehen und mit den gut abgetropften Tomaten sowie der entkernten Chilischote in einen Mixer geben und fein pürieren.
Mit Fleur de sel, Apfelbalsam-Essig und geräuchertem Paprikapulver abschmecken.
Im Kühlschrank aufbewahren.





tierfreitag

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 12. August 2014

Zweifach veredelt: Tagliata mit Gorgonzola-Walnuss-Kruste und Blaubeer-Chutney


In der Ferragosto-Woche wird das Einkaufen in Italien zu einer echten Herausforderung. Ferragosto!  Während man in der katholischen Welt am 15. August den Tag "Mariä Himmelfahrt" feiert, zelebrieren die Italiener vor allem den Höhepunkt ihrer traditionellen Urlaubssaison. Noch heute fliehen die Menschen im August aus ihren heißen Städten ans Meer oder in die Berge, obwohl die Erfindung der Klimaanlage das Leben nicht mehr ganz so unerträglich in den heißesten Wochen des Jahres werden lässt. Wie wir Ferragosto oft erlebt haben, hatte ich vor zwei Jahren bereits in einem kleinen Bericht geschildert.
Nach wie vor sieht man in diesen Tagen abseits der touristischen Trampelpfade leere Gassen und vor allem geschlossene Geschäfte. Heute morgen suchte ich verzweifelt - und vergeblich - eine noch geöffnete Reinigung. Mein Metzger am Campo de' fiori macht Ferien, und der Gemüsemarkt ist zusammengeschrumpft. Im Feinkostgeschäft, das am Vormittag geöffnet ist, wartet man ungewöhnlich lange darauf, bedient zu werden, denn die Angestellten sind vornehmlich damit beschäftigt, belegte Brötchen zuzubereiten oder ausgewählte Schinken- oder Käsesorten für die Touristen in Folie einzuschweißen. Da die Kommunikation seitens der Angestellten meist in holprigem Englisch und seitens der Kunden in noch holprigerem Italienisch abläuft, muss man genügend Zeit und Geduld mitbringen.
Aber ganz so dramatisch wie noch vor Jahren, wo man in der Stadt beinahe verhungerte, wenn man sich nicht größere Vorräte angelegt hatte, ist die Einkaufsituation dann doch nicht mehr.
Trotzdem sind wir gestern Abend noch zum italienischen Spezialitäten-Kaufhaus Eataly gefahren, um dort ein paar ausgewählte Lebensmittel zu kaufen, unter anderem piemontesisches Rindfleisch aus kontrollierter Aufzucht. Den Einkauf dort haben wir wie immer auch genutzt, dort noch eine Kleinigkeit zu essen.
Ich genieße diese Besuche dort!
Noch mehr aber genieße ich eine schöne Cenetta a due ([romantisches] Abendessen zu zweit) zu Hause, besonders, wenn es so etwas Feines wie diese mit Gorgonzola und Walnüssen überbackene Tagliata mit Blaubeer-Chutney gibt.




Zutaten

Blaubeer-Chutney
250 g Blaubeeren
1 rote Zwiebel
15 g frischen Ingwer
1 El Sonnenblumenöl
2 El Apfelbalsam-Essig
35 g Zucker
2 Tl Stärkemehl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Zwiebel würfeln und den Ingwer fein hacken. Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel sowie den gehackten Ingwer darin anschwitzen, den Zucker hinzufügen und leicht karamellisieren lassen. Dann Blaubeeren und Apfelbalsam-Essig zu den karamellisierten Zwiebeln geben und fünf Minuten köcheln lassen. Das Stärkemehl mit wenig kaltem Wasser glattrühren und zum heißen Chutney geben und unterrühren. Nochmals aufkochen lassen. Chutney mit Salz und Pfeffer abschmecken und abkühlen lassen.

Tagliata mit Gorgonzola-Haube
2 Entrecôtes vom Rind (à ca. 240 g)
etwas frisches Oregano
Fleur de Sel
frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine
60 g Gorgonzola piccante
30 g Walnusskerne

Das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Die beiden Entrecôtes mit Fleur de Sel, Pfeffer und etwas frischem Oregano würzen und von jeder Seite in heißem Olivenöl ungefähr zwei Minuten scharf anbraten.
Gorgonzola zerbröseln und Walnusskerne grob hacken. Käse und Nüsse miteinander verkneten und auf den beiden Entrecôtes verteilen.
Das Fleisch auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für ungefähr zehn Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben.
Vor dem Anschneiden das Fleisch etwas ruhen lassen. Das Blaubeer-Chutney dazu servieren.
Reste vom Blaubeer-Chutney schmecken vorzüglich zu Käse.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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